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Kein WordPress

Warum ich es nicht einsetze, und wann es trotzdem richtig ist

Nach dem Preis ist das die häufigste Frage: Arbeiten Sie mit WordPress? Die Antwort ist nein. Nicht, weil WordPress schlechte Software wäre, sondern wegen dessen, was üblicherweise darauf aufgesetzt wird. Dieser Beitrag erklärt den Unterschied und sagt am Ende auch, wann ich Ihnen zu WordPress raten würde.

Was WordPress eigentlich ist

WordPress ist ein Programm, das auf Ihrem Server läuft und aus einer Datenbank Seiten zusammenbaut, wenn jemand sie aufruft. Dazu kommt ein riesiger Markt von Erweiterungen, mit denen es fast alles kann: Kontaktformulare, Terminbuchung, Shop, Newsletter, Bildergalerien.

Das ist ein großer Vorteil und die Ursache aller folgenden Punkte. Ein Handwerksbetrieb mit fünf Unterseiten bekommt dieselbe Maschine wie ein Nachrichtenportal mit zweihundert Autoren. Der Unterschied ist nur, wer sie pflegt.

Das Problem sind die Erweiterungen

WordPress selbst wird von vielen Leuten gepflegt und Sicherheitslücken darin werden schnell geschlossen. Nur besteht eine typische Firmenseite nicht aus WordPress allein. Sie besteht aus WordPress plus einem Theme plus zehn bis zwanzig Erweiterungen, und jede davon ist Software von jemand anderem, die auf Ihrem Server läuft.

Das hat zwei Folgen, die nichts miteinander zu tun haben und beide unangenehm sind:

  • Jede Erweiterung ist eine eigene Tür. Wird in einer davon eine Lücke bekannt, ist sie öffentlich bekannt, also auch für die, die danach suchen. Sie müssen aktualisieren, und zwar zügig.
  • Jede Aktualisierung kann etwas kaputtmachen. Zwei Erweiterungen, die sich vorher vertragen haben, tun es nach dem Update vielleicht nicht mehr. Deshalb fasst man das ungern zwischen Tür und Angel an.

Sie müssen zügig aktualisieren, und Sie können nicht blind aktualisieren. Dazwischen liegt die Arbeit.

Was Wartung dann wirklich heißt

Man unterschätzt das, weil es nie viel auf einmal ist. Über ein Jahr sieht es aber so aus:

WORDPRESS MIT ERWEITERUNGEN
  1. J
  2. F
  3. M
  4. A
  5. M
  6. J
  7. J
  8. A
  9. S
  10. O
  11. N
  12. D

Praktisch jeden Monat steht etwas an. Wie viel, hängt an der Zahl der Erweiterungen: Bei fünfzehn Stück kommt selten eine Woche ohne Meldung vor.

GESCHRIEBENE SEITE
  1. J
  2. F
  3. M
  4. A
  5. M
  6. J
  7. J
  8. A
  9. S
  10. O
  11. N
  12. D

Am Code der Seite selbst: nichts. Angefasst wird sie nur, wenn sich Ihre Inhalte ändern.

Dunkel heißt: In diesem Monat fällt Wartung an. Schematisch, denn wie oft es wirklich klingelt, hängt an Ihrem Baukasten aus Erweiterungen.

Jetzt ist die Frage nicht mehr, ob WordPress gut ist. Die Frage ist, wer diese zwölf Monate übernimmt. Wenn Sie das nicht selbst machen wollen, ist es eine laufende Position, und wenn Sie es doch selbst machen, ist es ein Termin, der immer dann kommt, wenn gerade etwas anderes brennt.

Und wenn niemand wartet?

Dann passiert erst einmal nichts, und das ist das Tückische. Eine veraltete Seite sieht genauso aus wie eine gepflegte. Sie fällt erst auf, wenn jemand die bekannte Lücke einer alten Erweiterung ausnutzt, und das läuft selten persönlich ab. Es sind Programme, die das Netz danach absuchen.

Was dann passiert, ist meistens nicht spektakulär: Es werden fremde Seiten in Ihre eingehängt, für Dinge, die Sie nicht verkaufen wollen. Sie merken es, wenn Google Sie warnt oder wenn ein Kunde anruft. Danach ist die Arbeit deutlich größer als die Aktualisierung gewesen wäre.

Was ich stattdessen mache

Ich schreibe die Seite als Dateien: HTML für den Inhalt, CSS für das Aussehen, und wo es nötig ist ein kleines Stück JavaScript. Auf dem Server läuft kein Programm, das bei jedem Aufruf eine Seite zusammenbaut. Es wird ausgeliefert, was da ist.

Daraus folgt der ganze Rest. Es gibt keine Datenbank, in die sich jemand hineinarbeiten könnte. Es gibt keine Erweiterungen, die veralten. Und es gibt nichts, das monatlich aktualisiert werden müsste, weil nichts davon Software ist, die läuft.

Eine Ausnahme gehört dazu, sonst wäre der Absatz zu schön: Das Kontaktformular braucht etwas, das die Nachricht verschickt. Das ist bei mir ein paar Zeilen groß, kennt genau diese eine Aufgabe und hat keine Datenbank hinter sich. Ein Angriffsziel ist auch das, nur ein sehr kleines.

Der Preis dafür: Sie schieben nichts selbst

Das ist die ehrliche Kehrseite, und sie steht auch auf meiner Leistungsseite: Sie bekommen keinen Zugang, in dem Sie Blöcke hin- und herziehen. Wenn sich die Öffnungszeiten ändern oder ein Preis, schreiben Sie mir, und ich mache es.

Für die meisten Betriebe ist das kein Verlust, sondern eine Erleichterung. Die Wahrheit über Selbstpflege ist, dass sie im ersten Monat stattfindet und danach nicht mehr. Wenn Sie aber wirklich mehrmals pro Woche selbst etwas veröffentlichen wollen, ist das ein echtes Argument gegen mich, und dann sollten wir darüber reden, bevor Sie mich beauftragen.

Wann WordPress richtig ist

Es gibt diese Fälle, und sie sind nicht selten:

  • Sie veröffentlichen ständig. Mehrere Beiträge pro Woche, verschiedene Autoren, Kategorien, Archiv. Dafür ist ein Redaktionssystem gebaut worden.
  • Sie brauchen einen echten Shop mit Lagerbestand, Versand und Zahlungsarten. Das lässt sich von Hand bauen, aber dann bezahlen Sie einmal für etwas, das es fertig gibt.
  • Sie haben jemanden, der es pflegt. Eine IT-Abteilung oder eine Agentur mit Wartungsvertrag. Dann sind die zwölf Monate von oben geklärt, und der Vorteil der Erweiterungen bleibt ohne den Nachteil.

Wenn einer dieser drei Punkte auf Sie zutrifft, sage ich Ihnen das im Gespräch und empfehle Ihnen jemanden. Für eine Firmenseite mit fünf bis zehn Unterseiten, die zehn Jahre halten soll, trifft keiner davon zu.

Kurz gesagt: WordPress ist ein Motor, den jemand warten muss. Wenn Sie diesen Jemand nicht haben, zahlen Sie die Wartung entweder als Vertrag oder irgendwann als Schaden.

Sie haben heute eine WordPress-Seite und wissen nicht, wann sie zuletzt aktualisiert wurde? Schicken Sie mir die Adresse an hallo@wangler.studio oder über das Formular. Ob sich ein Wechsel überhaupt lohnt, steht in Lohnt sich der Wechsel?

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